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Gesellschaftsleben ab 1924

Hagelisten-Schützengesellschaft

Die Hagelisten-Schützengesellschaft

 

Das Gesellschaftsleben bis 1924

Die Streitigkeiten zwischen Teupen und Hagelisten hatten ihr Ende erreicht. 1914 war es möglich, sämtliche Schützengesellschaften zu vereinigen und einen gemeinschaftlichen Karnevalszug zu veranstalten. Nach dem Kriege 1914-1918 haben sich die Gesellschaften erneut zusammengetan, und es hofften alle, daß diese Verbrüderung bestehen bliebe. Seit 1886 mußten, wie schon erwähnt, auf Anordnung der Behörden sämtliche Jung- gesellen-Schützenfeste an ein und demselben Tag gefeiert werden. Die Anordnung hat sich als sehr zweckmäßig erwiesen. Davor feierten die Hagelisten einen Sonntag später als die Teupen.

Bis 1870 feierten die Hagelisten bei Habänds, später bei Fritz Stipp. Die Teupen hatten vorher ihr Lokal bei Kloppenborg. 1874 wurde die Gaststätte Kloppenborg das Vereinslokal der Hagelisten. Bei den Hagelisten erhob man im Laufe der Zeit dieselben Beiträge wie bei den Teupen. Ein Junggeselle bekam zu damaliger Zeit von den Eltern zwei Mark und konnte damit gut feiern. Die Musikanten waren Hagels Giäd, Terren Jösken und Terren Natz. Sie bekamen insgesamt fünf Taler nebst Essen und Trinken. Der Nachtschein mußte beim Magister Sandmann bezahlt werden. Danach kostete der Schein einen Taler.

1870 mußte das Fest abgebrochen werden, da an diesem Tage die Kriegserklärung von Frankreich kam.

1872 wollten die älteren Mitglieder die weiße Hose abschaffen. Die meisten mußten sich nämlich eine neue kaufen und weil diese damals etwa zwei Mark kostete, scheuten sie diese Ausgabe und brachten daher einen Antrag auf Abschaffung ein. Da wehrten sich aber die jüngeren Hagelisten aus Stolz, eine weiße Hose tragen zu können, und brachten es fertig, daß der Antrag der “Alten” zu Fall kam. Wann die weiße Hose eingeführt wurde, konnte nicht festgestellt werden, doch ist sie vielleicht schon so alt wie die Gesellschaft selbst. Nach den Erinnerungen eines alten Hagelisten soll sie allerdings um 1850 angeschafft worden sein. Die Teupen wollten damals blaue Schärpen einführen. Kurz entschlossen beriefen die Hagelisten eine General- versammlung ein und beschlossen, weiße Hosen einzuführen. Dies war am Sonntag vor Schützenfest und zum Feste selbst hatten die Schneider schon die Hosen fertig zu haben.

Nach den alten Musikanten, wie vorhin schon erwähnt, wurde die Festmusik von Musikanten aus Mesum gestellt. Danach von Habekost aus Saerbeck, dann von Wegner aus Rheine, darauf kam die Kapelle Debbels aus Drensteinfurt, die 15 Jahre spielte. Diese Musiker hatten sich hier so gut eingelebt, daß sie über alles noch besser Bescheid wußten als die Hagelisten und der Vorstand selbst. Nach dieser Zeit wurde die Musik von Mitgliedern der Emsdettener Feuerwehrkapelle gestellt, dann kam Thiele aus Greven, und danach stellte das Reichswehrregiment 13 aus Münster die Musik.

Von sämtlichen Königen befindet sich an der Königskette ein silbernes Schützenschild. Wegen ihres hohen Wertes wurde die Kette in einem feuersicheren Raum der damaligen Sparkasse aufbewahrt. Jedes Jahr wurde zum Schützenfest die Kette von dem Vereinswirt und Ehren- vorsitzenden der Gesellschaft von der Kasse abgeholt und nach dem Fest dahin zurückgebracht. Laut Beschluß einer Generalversammlung hatte Herr Kloppenborg das alleinige Recht, die Kette abzuholen. Heute werden die Ketten im Tresor der Volksbank aufbewahrt und der Erste Vorsitzende wie auch der Gerätewart holen die Ketten dort zu Schützenfest ab.

Am dritten Schützenfesttag, dem sogenannten Hexen wird eine alte Schützenkette aus dem Jahre 1824 verwendet. Auch haben die Teupen an dieser Kette dieselben Rechte wie die Hagelisten. Darum wird sie jedes Jahr abwechselnd getragen. Aus diesem Brauch wurde das heutige “Kette- suchen” der Hagelisten und Teupen, welches immer am Sonntag vor Schützenfest stattfindet.

An dieser Kette befindet sich das Königsschild des Dr. Leifhelm, der noch heute im Volksmund als Typus eines urfidelen Schützenbruders lebt. Leider ist vor etlichen Jahrzehnten die ursprüngliche Kette verloren gegangen, die heutige ist nur eine Nachbildung.

Die damalige Fahne der Gesellschaft wurde im Jahre 1890 angeschafft, und im Jahre 1908 wurde von dem ehemaligen Hagelisten Heinrich Reckenfelderbäumer ein Fahnenschrank dafür angefertigt. Die alte Fahne wurde beim Schützenfest über die Haustür des Königs ausgehängt und beim Hexenschützenfest im Zuge vorangetragen. Diese alte Fahne hängt heute im Heimatmuseum.

Im Jahre 1913 stiftete die Gesellschaft 100 Mark zum Bau des Kriegerdenkmals.

Im Januar 1914 fand auf Anregung der Hagelisten und Teupen ein gemeinschaftlicher Karnevalszug statt, an dem sich auch die Westumer und Dorfbauern beteiligten. Seitdem war das Verhältnis der verschiedenen Gesellschaften zueinander besser geworden, so daß viele Feste und Versammlungen gemeinschaftlich abgehalten werden konnten.

Im Juli 1914 feierte die Gesellschaft ihr 90jähriges Bestehen, sowie den 40. Jahrestag des Einzuges beim Wirt Kloppenborg. Bald darauf brach der große Krieg aus. Die Reihen der Mitglieder lichteten sich, und nicht lange währte es, da waren fast sämtliche Mitglieder Soldaten. Im Laufe des Krieges haben dann alle Hagelisten den Soldatenrock getragen. Es starben für das Vaterland 31 Mitglieder. Für jeden Gefallenen ließ man drei Messen lesen, solange bis das letzte Geld aus der Kasse dafür geopfert war. Dann fing man an zu sammeln, damit alle zu ihrem Recht kamen. Außerdem wurden an die im Felde stehenden Mitglieder Liebespakete gesandt. In Gefangenschaft waren 16 Hagelisten, die alle in die Heimat zurückgekommen sind.

 

 

Die Hagelisten 1924 bis 1940

Das 100jährige Jubelfest im Jahre 1924 verlief ohne Mißton. Vogelkönig wurde Bernhard Topp und Sternkönig Josef Wegmann. Bei den Männern errang die Königswürde Georg Potthoff. Zum damaligen Jubelfest wurde eine neue Fahne angeschafft und die noch gut erhaltene alte Fahne den Männern übergeben. Die Musik in Stärke von 24 Mann stellte die Reichswehr in Münster.

Im Jahre 1919 bildeten eine Anzahl Mitglieder unter der Stabführung des Kameraden Josef Ibeler einen Spielmannszug. (Trommler- und Pfeiferchor). Dieser Spielmannszug wurde in den folgenden Jahren weiter ausgebaut und hatte sich gut entwickelt. Er marschierte beim Auftreten der Gesellschaft in der Öffentlichkeit und bei den Festzügen an der Spitze des Zuges.

Im Jahre 1927 errichtete die Gesellschaft mit erheblichem Kostenaufwand im Garten der Wirtschaft Lindenhof an der Emsstraße einen Kugelfang, vor dem das Vogel- und Sternschießen stattfanden. Der Kugelfang wurde aufgrund der Sicherheit beim Schießen notwendig. Mit dem damaligen Besitzer der Wirtschaft, Herrn Franz Domenghino, wurde ein 50jähriger Pachtvertrag abgeschlossen. In den Jahren 1919-1926 stand die Vogelstange im Wäldchen beim Hofe des Bauern Beckwermert.

 

Die Hagelisten in der Nazizeit

Die Gesellschaft überwand, wie auch alle anderen Schützengesellschaften in Emsdetten, die Nazizeit ohne größere Schäden. Die Nazibewegung konnte mit ihren Totalitäts- und Gleichschaltungsbestrebungen und der versuchten Degradierung der einzelnen Gesellschaften zu Kompanien nicht durchdringen. Die Schützen wußten mit Erfolg ihre Selbständigkeit in Emsdetten zu behaupten.

Auf der Versammlung am 2. Weihnachtsfeiertag 1933 beantragte jedoch ein Mitglied, dessen Namen wir nicht veröffentlichen wollen, den Rücktritt des Vorstandes und seine Ersetzung durch einen sogenannten Führerrat. Dem wurde zugestimmt und ein Führerrat gebildet. Das verhinderte jedoch nicht, daß diese Versammlung von dem neu erkorenen Führer statt mit einem “Heil Hitler” in Anbetracht des bevorstehenden Karnevalsfestes mit einem kräftigen ,,Helau geschlossen wurde. Auch wurden wohl auf Druck der Nazis im Jahre 1934 die Statuten neu geordnet. Danach wurde der Verein von einem Führerrat, bestehend aus dem Vereinsführer, seinem Stellvertreter, einem Schriftwart und einem Kassenwart sowie zwei Scheffen geleitet. Hinzu traten die beiden Könige. Die Führerwahl hatte nach den Statuten so zu erfolgen, daß das älteste Mitglied des Führerrates einen Kandidaten ernannte und die Versammlung noch einen weiteren vorschlug. Über beide wurde in geheimer Wahl entschieden. Der neu gewählte Führer ernannte daraufhin die anderen Mitglieder des Führerrates. (Die Männer-Hagelisten haben sich diese Neuerung nie zu eigen gemacht).

Im Jahre 1948 wurden auf einer Generalversammlung neue Statuten beschlossen.

 

 

Das Leben in der Gesellschaft während des Krieges von 1939 bis 1945 und kurz danach

Im zweiten Weltkrieg wurden die Junggesellen im Laufe der ersten beiden Jahre fast sämtlich zum Wehrdienst eingezogen. Die Vereinsarbeit wurde in erster Linie vom Vorstand der Männer übernommen. In den Jahren 1939 und 1940 fanden noch einige Bälle statt. Jedes Jahr, selbst in dem Jahr 1944, wurde eine Generalversammlung abgehalten. In den ersten Jahren das Krieges schickten sowohl die Junggesellen wie die Männer zu Weihnachten ihren zum Wehrdienst eingezogenen Mitgliedern Päckchen. Als die Beschaffung von haltbaren Lebensmitteln und sonstigen Gegenständen für diesen Zweck immer schwieriger wurde, mußte diese schöne Sitte eingestellt werden. Viele Dankschreiben und auch viele sonstige Schreiben, die von denen im Wehrdienst stehenden Mitgliedern gesandt wurden, befinden sich noch bei den Vereinsakten. Ferner erhielt jeder Wehrmachtsurlauber, gleichgültig ob Junggeselle oder Verheirateter, wenn er am Sonntagmorgen auf der Kegelbahn bei Kloppenborg einen Besuch machte, unentgeltlich von der Gesellschaft zwei Glas Bier und vom Vereinswirt Kloppenborg vier Zigaretten. Die Gesellschaft verschaffte sich hierfür die Mittel durch Preiskegeln und durch Sammlungen bei den Mitgliedern.

Die Vereinsutensilien: Königskette, Hüte, Federbüsche, Fahnen usw. konnten beim Einmarsch der Besatzungsmächte im Jahre 1945 und vor den dann häufigen Plünderungen in Sicherheit gebracht werden. Eine Königskette die sich nicht im Gewahrsam der Gesellschaft befand, sondern schon längere Zeit auf Veranlassung der Nazis im Heimatmuseum untergebracht war, ging verloren. Die übrigen drei befanden sich zunächst im Tresor der Sparkasse, wurden dann aber vom Vereinswirt Kloppenborg in seinem Keller verborgen gehalten, und wie auch dieses Versteck unsicher wurde, dem Vorstandsmitglied Albert Hillenkötter übergeben, der sie in seiner Wohnung in Gewahrsam nahm. Die übrigen Vereinsutensilien wurden vor der Beschlagnahme der Lokalitäten Kloppenborg für Zwecke der Besatzungstruppen vom Vorstandsmitglied Wilhelm Lüke in Sicherheit gebracht.

Mit Hilfe des Vorstandes der Männer-Hagelisten wurde im Jahre 1945 die Gesellschaft neu organisiert und vorübergehend auf den Namen Bruderschaft umgetauft. Erstmalig wurde im Jahre 1946 wieder Schützenfest gefeiert. Gewehre waren nicht mehr vorhanden und durften auch nicht benutzt werden. Deswegen wurden Vogel und Sternscheibe mit Steinen in der Heidberge abgeworfen. Nachmittags war ein gemeinsamer Umzug aller Gesellschaften durch den Ort unter Führung des Heimatbundes, jedoch ohne Reiter, ohne Fahnen und ohne daß die Könige ihre Schützenketten trugen. Im Jahre 1947 wurde nach alter Tradition wieder an zwei Tagen gefeiert. Das Vogel- und Sternschießen geschah mittels Armbrust, weil auch jetzt noch die Benutzung von Gewehren durch die Besatzungsmacht verboten war. Da mit der Besitzerin des Lindenhofes keine Einigung über die Benutzung des Schießstandes erfolgen konnte, fand das Vogel- und Sternschießen auf einer notdürftig errichteten Vogelstange auf dem Hof des Bauern Nießmann (im heutigen Baugebiet “Südwest”) statt. Schon einmal, vor ca. 100 Jahren, stand dort die Vogelstange der Hagelisten.

Die Zahl der eingeschriebenen Mitglieder betrug zu der Zeit bei den Junggesellen 210; bei den Männern 252. Besondere Schwierigkeiten bestanden an den Festtagen bei der Unterbringung der vielen Mitglieder mit ihren Damen im Vereinslokal.

75 Jahre feierten die Hagelisten damals bei Kloppenborg. Ehrenvoll für den Vereinswirt wie für die Gesellschaft. Die Hagelisten-Schützengesellschaft ohne Kloppenborg ist wohl kaum denkbar, wie sich umgekehrt die Familie Kloppenborg ihre Lokalitäten ohne die Hagelisten kaum vorstellen könnte. Josef Kloppenborg hatte 1925 in der Leitung der Gaststätte seinen verstorbenen Vater Adam abgelöst. In echter, kameradschaftlicher Treue stand Josef Kloppenborg zu der Gesellschaft wie die Hagelisten zu ihm, wie es schon vorher mit Adam Kloppenborg der Fall war. Möge auch das gute Einvernehmen zwischen unserem jetzigen Vereinswirt Hans Kloppenborg und der Gesellschaft noch lange bestehen bleiben.

 

Entstehung der Männer-Hagelisten-Gesellschaft

Im Jahre 1919 trafen sich erstmalig am zweiten Schützenfesttag verheiratete Männer aus der Hagelisten-Schützengesellschaft, um nach Beendigung des Sternschießens einen Vogelkönig auszuschießen. König wurde Bernhard Tippkötter. Die Schützenstange stand damals in dem kleinen Wäldchen beim Bauern Beckwermert. Anschließend wurden gemeinsam einige Liter Schnaps, Korn konnte man dieses Getränk nicht nennen, getrunken. Im Garten des Festlokals Kloppenborg setzten die Verheirateten ihre Feier fort. Seit diesem Jahr zogen die Verheirateten am zweiten Schützenfesttag mit im Festzug zum Vogelschießen, traditionsgemäß auf dem Hinweg am Schluß des Zuges und auf dem Heimweg an der Spitze. Vorne marschiert der Major. Viele Jahre hindurch versah dieses Amt der verstorbene Schützenbruder Klemens Lanvers. Wie bei den Junggesellen versah nunmehr der jeweilige König im zweiten Jahr nach Erringen seiner Würde das Amt des Fähnrichs und im dritten Jahr das des Majors.

Zum 100jährigen Jubelfest 1924 wurde eine Königskette angeschafft, an der, wie bei den Junggesellen, durch ein Schild mit eingraviertem Namen jeder König verewigt wurde.

Die Organisation der Verheirateten war von der der Junggesellen getrennt. Sie war vollkommen selbständig. Die Junggesellen bestimmten ausschließlich in der Gesellschaft. Der Vorstand der Männer-Hagelisten stand dem Vorstand der Junggesellen nur beratend und helfend zur Seite. In den im Jahre 1948 beschlossenen neuen Statuten der Junggesellen war ausdrücklich festgelegt, daß jeder Hagelist bei Heirat aus der Gesellschaft ausschied und es ihm frei stand, sich bei den Männer-Hagelisten als Mitglied anzumelden. Die wiederholten Bestrebungen einzelner Mitglieder auf volle Eingliederung der Männer-Hagelisten in die Gesellschaft wurden sowohl von den Junggesellen wie von den Verheirateten abgelehnt. Die Männer-Hagelisten besaßen zu der Zeit noch keine Statuten. Im Jahre 1927 wurde auf einer Generalversammlung ein Beschluß auf Einführung von Monatsbeiträgen gefaßt, um eine festere Organisation zu bekommen und den Mitgliedern die Beitragszahlung zu erleichtern. Der Beitrag wurde auf monatlich 20 Pfennige festgesetzt, und dieser wurde von Vertrauensmännern kassiert. Seitdem fand die Generalversammlung mit Vorstandswahl auch nicht mehr am zweiten Schützenfesttag im Garten des Vereinslokals KIoppenborg statt, sondern im Monat Mai meistens im Lokal Rasing. Die Männer-Hagelisten verwalteten die eingehenden Beiträge selbst. Die Mitglieder hatten an den Volksfesttagen mit Frauen freien Zutritt zum Saal. Hierfür führten sie an die Kasse der Junggesellen ab:

 

zu Schützenfest 60 Pf.

zum Familienfest 30 Pf.

zu Fastnacht 20 Pf.

 

Zu Anfang des zweiten Weltkrieges wurde das Einholen der Monatsbeiträge eingestellt und im Oktober 1948 angesichts des im Jahre 1949 bevorstehenden 125jährigen Jubelfestes wieder aufgenommen. Erwähnenswert ist noch der in jedem Sommer, meistens im Monat Juni, an einem Sonntag stattfindende Ausflug der Verheirateten zu einer Gartenwirtschaft, an dem auch die Frauen und die Kinder teilnahmen. Für die Frauen gab es Kaffee und Kuchen. Die Kinder wurden mit allen möglichen Spielen unterhalten. Die Mitglieder schossen die Vereinsmeisterschaft mit Luftgewehren aus. Der Vereinsmeister war für das folgende Jahr beitragsfrei. Daraus entwickelte sich das heutige Familienfest, welches jedes Jahr in den Anlagen der Gaststätte Mölljanns stattfindet und die Vereinsmeisterschaften im Schießen und Kegeln, die im Herbst stattfinden, und bei der Ehrung der Vereinsmeister auf dem Internen Abend ihren Höhepunkt finden.

Erst 1960 kam es zur Zusammenlegung der Junggesellen- und Männer-Hagelisten-Gesellschaft.

 

Das Vereinsleben von 1949 bis 1973

Eingangs soll wiederum an die Vergangenheit unseres Vereinslebens angeknüpft werden. Erfreulicherweise liegen den Hagelisten ab 1910 vollständige und gut geführte Protokollbücher vor, neben den veröffentlichten Schriften und Jubiläumsausgaben sowie eine Liste der Könige ab 1878/8o. Zu Beginn des Jahres 1922 wurde in einer Generalversammlung der Beschluß gefaßt, daß nicht mehr die Könige die Gesellschaft zu führen haben, sondern damit ein 1. und 2. Vorsitzender beauftragt werden soll. Für jeden interessierten Schützenbruder bedeuten diese Niederschriften ein echtes Nachschlagewerk, das unserer Gesellschaft in vollem Umfange erhalten bleiben sollte. Nun zu den markanten Begebenheiten des Schützenvereines ab 1949, die den meisten älteren Schützenbrüdern noch in bester Erinnerung sind.

 

Das 125jährige Jubelfest 1949 war innerhalb der Gesellschaft durch den amtierenden Vorstand und das im September 1948 gebildete Festkomitee mit insgesamt 22 Personen gut vorbereitet worden. Es hatte an den Schützenfesttagen folgendes Programm:

 

Montag vor dem Fest: Beim Vogelmacher Reckenfelderbäumer wurde ein kleines Vorjubiläum gefeiert, denn zum 75. Male wurde dort der Vogel bestellt. In den letzten Jahren wird in derselben Werkstatt der Vogel beguckt, also nicht mehr bestellt.

 

Freitagabend: Geschlossener Ball im Vereinslokal Kloppenborg.

 

Samstagabend: Nachdem der Vogel zur Stange gebracht worden war Festkommers unter Mitwirkung der Kapelle Michel und des Gesangvereines Sängerlust. Gegen 22 Uhr Gefallenenehrung gemeinsam mit den Teupen am Ehrenmal an der Nordwalder Straße. Albert Haverkamp, späteren Ehrenbürger der Stadt Emsdetten und langjähriges Mitglied der Teupen-Schützen- gesellschaft, hielt die Ansprache. Mit einem brillanten Feuerwerk wurde die Gedenkfeier beendet. Danach Fortsetzung des festlichen Kommers im Saale Kloppenborg und im angrenzenden Festzelt. Schließlich feierte die Gesellschaft zum 75. Male in ihrem Vereinslokal.

 

Schützenfestsonntag: Gemeinsamer Gottesdienst der Hagelisten- und Teupenschützen in der St.-Pankratius-Kirche. Im Anschluß daran Festakt auf dem Brink mit der Jubilarehrung durch den damaligen Stadtdirektor Hubert Stegemann und den Bürgermeister Carl Wölte. Nach dem Mittagstisch Abmarsch zur Schützenstange auf dem Hofe Niesmann. Mit einer Armbrust errang Schützenbruder Alfons Brockmann die Königswürde. An diesem Tage wurden folgende Jubilare geehrt: Bernhard Münninghoff, 50jähriger Vogelkönig, und Bernhard Topp, 25jähriger Vogelkönig. Nach dem Vogelschießen gemeinsamer Festumzug mit den Teupen durch die Innenstadt.

 

Schützenfestmontag: Gemeinsamer Frühschoppen mit den Teupen unter Mitwirkung beider Vereinskapellen auf dem Hof Deitmar. Damals noch jährlich am Schützenfestmontag beim Frühschoppen besuchten sich die Vorstände der Hagelisten und Teupen gegenseitig.

Am Nachmittag wurde Karl Sander Sternkönig und Heinrich Wolters Männerschützenkönig. Die Jubilare an diesem Tage waren: Bernhard Schwennen, 40jähriger Sternkönig, Josef Wegmann, 25jähriger Sternkönig, und Georg Potthoff 25jähriger Männerkönig. Anschließend war großer Festball im Vereinslokal Kloppenborg. Eine große, gemeinschaftliche Polonaise durch die Straßen der Stadt bildete den öffentlichen Abschluß der Festtage und hinterließ bei der Bevölkerung einen nachhaltigen Eindruck.

 

Nach dem Jubiläumsfest blühte das Vereinsleben der Hagelisten erneut auf. Schützenfest, Karneval, Mai- und Herbstkirmes wurden bei Kloppenborg vorbildlich und harmonisch gefeiert. Zu Schützenfest wurde im Kloppenborgschen Garten für die verheirateten Schützenbrüder ein Zelt aufgebaut. Im Oktober 1949 wurde auf einer Versammlung der Männer-Hagelisten vom Schützenbruder Albert Wegmann der Vorschlag gemacht, für die gefallenen Mitglieder ein Ehrenmal zu errichten. Das Ehrenmal ,,St. Sebastian” wurde im Jahre 1950 auf dem Vorplatz der Heidbergschule erstellt und im Juni des Jahres durch Pfarrer Schweins eingeweiht.

 

Ab dem Schützenfest 1950 wurde mit einem Kleinkalibergewehr geschossen.

 

Im Mai 1951 wurde die Vogelstange von dem Grundstück der Gastwirtschaft Hankh-Lindenhof (früher Fleermann) in dem Wäldchen des Bauern Niesmann aufgestellt. Bis 1939 wurde bei Fleermann geschossen.

 

Erstmals an den Schützenfesttagen 1952 wurde mit einem Jagdgewehr (Schrot) geschossen.

 

Die Hagelisten-Junggesellen führten an den Schützenfesttagen 1953 erstmals wieder stattliche Holzgewehre mit im Umzug. Für dieses Fest wurde ein eigenes Zelt angeschafft, welches an dem genannten Platz im Garten Kloppenborg aufgestellt wurde.

 

Die Hagelisten-Junggesellen erhielten 1954 eine neue Vereinsfahne, welche im Juni an unserem Ehrenmal durch Dechant Grauthoff feierlich geweiht wurde. Der älteste König der Hagelisten, Hubert Beermann (1891), enthüllte diese Fahne.

 

Zum Frühschoppen an den Schützenfesttagen 1956 liegt erstmals ein Bildband (Schwalbe) aus.

 

Die Schützenstange wurde 1957 vom Hofe Niesmann auf das Grundstück der Gaststätte Mölljanns-Beike aufgestellt.

 

1959 wurde das 40jährige Doppel-Jubiläum des Spielmannszuges und der Männer-Hagelisten gefeiert. Am Samstagabend war feierlicher Kommers im Saale Kloppenborg und Festzug zum Ehrenmal. Der dort gespielte große Zapfenstreich unseres Spielmannszuges mit der Musikkapelle Blue-Boys bleibt unvergessen.

 

1960 kam es zur Zusammenlegung der Junggesellen- und Männer-Hagelisten.

 

Die Gesellschaft führte an den Schützenfesttagen 1965 zum letzten Mal Pferde mit im Umzug. Die damalige Reiterei setzte sich wie folgt zusammen: Major: Werner Bertels, Adjudant: Hermann Stapper, Oberst: Josef Hilbers, Nebenreiter: Klemens Büker, Nebenreiter: Josef Dülle.

 

Schützenbruder Alfons Brockmannn, langjähriger Vorsitzender unserer Gesellschaft, wurde im Jahre 1966 in einer Versammlung besonders geehrt, in dem man ihn zum Ehrenvorsitzenden ernannte

 

Das 50jährige Spielmannszug-Jubiläum 1969 wurde als bedeutendes Ereignis innerhalb der Gesellschaft würdig gefeiert. Ein geschlossener Kommers-Abend, dem fast alle Mitglieder beiwohnten, zeigte eine echte Verbundenheit der Hagelistenfamilie. Das Festkonzert auf dem Hof Deitmar bildete am Sonntag den abschließenden Höhepunkt.

Die musikalische Unterhaltung an den Festtagen ist für jede Gesellschaft unentbehrlich. Daher wird an dieser Stelle festgehalten: Von 1947-1950 verpflichtete die Gesellschaft die Musikkapelle Michel. Ab September 1950 sorgte die Musikkapelle der Musikschule Kadell für die Tanz- und Straßenmusik. Seit Karneval 1958 bis 1974 war die Kapelle Blue-Boys bei unseren jährlichen Festen nicht wegzudenken.

Der Vorstand hatte in den letzten 25 Jahren hervorragend zusammengearbeitet. Immer wieder stellten sich Idealisten für diese Tätigkeit ehrenamtlich zur Verfügung und machten sich verdient um den weiteren Aufbau und Fortbestand unserer Schützengesellschaft, die 1974 ca. 500 Mitglieder zählte.

Die Schießmannschaft in unserer Gesellschaft errang in diesen Jahren hervorragende Erfolge. Neben vielen herausgeschossenen stolzen Pokalen auf den Turnieren, war sie in unserer Stadt immer wieder erfolgreich:

1954: Walter Jansky, erringt die Wanderkette / Die Mannschaft holte den Wanderpokal der EV.

1955: Gewinn des Wanderpokals.

1970: Willi Scheipermeier Sieger der Wanderkette / Die 1. Mannschaft holt den 2. Pokal / Alte Herren den 1. Pokal / Jugend den 1. Pokal.

1971: Erich Stapper Sieger der Wanderkette / Die 1. Mannschaft holt den 1. Pokal / Alte Herren den 2. Pokal / Jugend den 1. Pokal.

1972: Erich Stapper Sieger der Wanderkette / Die 1. Mannschaft holt den 1. Pokal / Alte Herren den 2. Pokal / Jugend den 1. Pokal.

1973: Die 1. Mannschaft holt den 2. Pokal / Alte Herren den 1. Pokal / Die 1. Mannschaft erringt auch den Interdomo-Pokal.

 

Das Vereinsleben ab 1973

Auf der Generalversammlung zu Karneval 1973 am 2. Dezember 1972 beschlossen die Hagelisten die Aufnahme in das Vereinsregister beim Amtsgericht Rheine einzuleiten. Das Karnevalsfest 1974 feierten die Hagelisten zum letzten Mal im Saal des Hotel Kloppenborg. Vereinswirt Hans Kloppenborg wollte diese Räumlichkeiten künftig anderweitig nutzen. Der Elferrat um Prinz Günther I. (Funk) fand hierfür denn auch gleich das richtige Motto: “Hans wirft uns raus, drum bauen wir uns ein neues Haus”. Doch der Bau eines neuen Hauses erwies sich für die Hagelisten als eine nicht enden wollende Odyssee nach einem geeigneten Raum für die Vereinsfeiern. Zu einer vorübergehenden Bleibe wurde seitens der Stadt Emsdetten der Saal im “Hotel zur Post” zur Verfügung gestellt, das aber im Rahmen der sogenannten Stadtkernsanierung abgerissen werden sollte. So fand dann zunächst der Maikirmesball 1974 dort statt.

 

Über Pfingsten 1974 feierten die Hagelisten zusammen mit den Teupen das 150jährige Vereinsjubiläum in einem Festzelt auf Beckjunkers Wiese an der Neubrückenstraße. Das Jahr 1974 bot aber noch mehr an Höhepunkten im Vereinsleben der Hagelisten. Das Hotel Kloppenborg war seit nunmehr 100 Jahren Vereinslokal der Hagelisten, die Familie Reckenfelderbäumer beging ihr 100jähriges Jubiläum als Vogelbauer der Hagelisten, die Schießmannschaft der Freihandschützen wurde mit der 1. Mannschaft zum dritten Mal in Folge Stadtmeister, und die 2. Mannschaft stieg als Gruppensieger in die höchste Stadtliga, die Gruppe I, auf. Seit dem 22. Mai 1974 sind die Hagelisten ein eingetragener Verein (e.V.) aufgrund des erfolgten Eintrags in das Vereinsregister. Die sportlichen Erfolge der Schießmannschaft rundete Werner Lüke ab, er errang die Wanderkette.

 

Beim Schützenfest 1974 spielte zum ersten Mal der Seniorenspielmannszug auf. Während des Jubelfestes wurde diese Idee von ehemaligen Spielleuten geboren und realisiert. Gefeiert wurde wegen einer fehlenden Alternative immer noch im viel zu kleinen Saal des “Hotels zur Post”. Auch die nächsten Vereinsfeiern, der Herbstkirmesball 1974 und das Karnevalsfest 1975 wurden noch dort gefeiert. Mit dem Maikirmesball 1975 begannen die langen Jahre der Zeltfeiern. Zum Schützenfest 1975 wurde ein Festzelt auf dem Buckhoffschulplatz aufgestellt, die alternativ vorgesehene Turnhalle der Buckhoffschule war einfach zu klein, um die Festgemeinde zu beherbergen. Auch 1975 war wieder ein erfolgreiches Jahr der Sportschützen. Die Freihandschützen wurden mit der ersten Mannschaft Stadtmeister und gewannen auch noch den Stadtpokalwettbewerb (“Interdomopokal”), die zweite Mannschaft errang beim Interdomopokal den dritten Platz, und Erich Stapper wurde im Wettkampf um die Wanderkette dritter Sieger.

 

Auf der Generalversammlung zu Karneval 1976 beschlossen die Hagelisten die Einführung des neuen Vereinsprinzen von Rosenmontag auf Karnevalssonntag zu verlegen. Beim Schützenfest im Jahre 1976 war zum ersten Mal der Fanfarenzug der Patrioten aus Borghorst dabei. Auch die Sportschützen waren wieder sehr erfolgreich: Hugo Voscort war bei den Altersschützen Sieger im Einzelwettbewerb, die Freihandschützen erreichten die Vizestadtmeisterschaft, und Werner Lüke wurde zweiter Sieger beim Wanderkettenwettbewerb.

 

Die Generalversammlung zu Karneval 1977 beschloß eine zukunftsträchtige Satzungsänderung, die sich positiv auf die Vorstandsarbeit bis heute auswirkt. Bis zu diesem Zeitpunkt war der 1. Vorsitzende immer nur ein Jahr im Amt, automatischer Nachfolger wurde nach nur einem Jahr der 2. Vorsitzende. Die Versammlung beschloß, daß auch künftig der 1. Vorsitzender für die Dauer von zwei Jahren gewählt wird und eine Wiederwahl möglich ist. Das Karnevalsfest feierten die Hagelisten erstmalig 1977 in einem Festzelt auf dem alten Wochenmarktplatz an der Schulstraße. Dieser Platz sollte für lange Jahre von den Hagelisten genutzt werden. Anläßlich des Karnevalsfestes 1977 stiftete Karl-Heinz Althoff als scheidender Vereinsprinz die Prinzenkette, die seitdem von allen Vereinsprinzen während ihrer Regentschaft getragen wird. Auf der Generalversammlung zum Schützenfest 1977 beschlossen die Hagelisten die Beschaffung einer neuen Fahne. Auch die Erfolge der Schießmannschaft setzte sich 1977 fort. Die Freihandschützen wurden mit der ersten Mannschaft Stadtmeister, und die zweite Mannschaft errang beim Stadtpokalschießen um den Interdomopokal den zweiten Platz. 1978 war dann das letzte der so erfolgreichen Jahre der Sportschützen. Die Schießmannschaft konnte mit der ersten Freihandmannschaft nochmals einen zweiten Platz bei den Stadtmeisterschaften erringen und stellte mit Hugo Voscort bei den Aufgelegtschützen den Sieger der Einzelwertung.

 

Vom 11. bis zum 13. Mai 1979 wurde im Rahmen einer Vereinsfeier die neue Fahne geweiht und das 60jährige Jubiläum des Spielmannszuges gefeiert.

 

Während der Herbstversammlung 1981 wurde zum ersten Mal über das Thema Frauen als Mitglieder des Vereins in den Abteilungen der Schießmannschaft und Spielmannszug diskutiert. Die Zeit war wohl noch nicht reif hierfür, denn die Diskussion hierüber geriet ins Stocken und die Thematik wurde von der Versammlung ablehnend abgeschlossen.

 

Beim Schützenfest 1982 durfte dann erstmalig die Fahne des Sternkönigs im Umzug getragen werden. Bis 1981 waren lediglich zwei Fahnen, die des Schützenkönigs und die des Männerkönigs im Umzug. Durch die Neuanschaffung einer Fahne im Jahre 1979 und die Restaurierung der alten Fahne konnte dies ermöglicht werden. Auf der Generalversammlung zu Karneval 1983 am 28.11.1982 beendeten die Hagelisten eine alte Tradition. Die einst sehr erfolgreichen Kirmesbälle hatten in den letzten Jahren nur noch einen geringen Zuspruch gefunden, in erster Linie dadurch, daß keine geeigneten Plätze mehr für ein Zelt zur Verfügung standen. Die Versammlung beschloß, künftig keine Kirmesbälle mehr zu veranstalten.

 

Im Herbst 1983 war es den Damen erstmals erlaubt, an den Vereinsmeisterschaften im Schießen und Kegeln teilzunehmen. Die Ehrung der Vereinsmeister fand ebenfalls zum ersten Mal im Rahmen des erstmalig angebotenen Bunten Abends im Kolpinghaus statt.

 

Das Schützenfest 1984 brachte eine weitere Neuerung: die Träger der Männerfahne verzichteten auf den Zylinder und trugen erstmals einen “Dreispitz”.

 

Im Januar 1985 wurde letztmalig ein Seniorenkarnevalsfest (sogenannter “Altentag”) gefeiert. Die Hagelisten hatten auf der Generalversammlung zu Schützenfest 1985 beschlossen, auf diese Veranstaltung wegen geringer Resonanz und hoher Kosten zu verzichten.

 

Premiere hatte beim Schützenfest 1986 als neuer Schießwart Werner Hövels. Er löste Heinrich Hinken ab.

Die Karnevalsfeste 1987 und 1988 feierten die Hagelisten bei Mölljans, danach wieder auf dem Wochenmarktplatz an der Schulstraße. Beim Schützenfest 1988 holten die Hagelisten letztmalig ihre jungverheirateten Mitglieder aus. Schützenfest 1989 gab der Vorstand erstmals ein Programmheft heraus.

 

Rosenmontag 1990 wurde das Festzelt durch einen starken Sturm beschädigt. Neben dem Rosenmontagszug fiel auch der Karnevalsausklang dem Sturm zum Opfer. Dieses schien wohl ein Vorzeichen für das Karnevalsfest 1991 zu sein. Bedingt durch den im Nahen Osten ausgetragenen Golfkrieg wurden alle Karnevalsveranstaltungen in Emsdetten abgesagt.

Im Jahr 1990 wurde auch die Schießordnung zu Schützenfest geändert. Es durfte zum ersten Mal ein verheirateter Schützenbruder bis zum Alter von 35 Jahren auf den Schützenvogel schießen. Der erste Schützenkönig nach dieser Schießordnung wurde Reinhard Schwarte.

 

Im Jahre 1991 veranstalteten die Hagelisten das erste Doppelkopfturnier, das seitdem jährlich stattfindet.

 

Während des Schützenfestes 1991 fand das erste Königstreffen statt. Dieses Königstreffen, so beschloß die Versammlung der Hagelistenkönige, findet alle zwei Jahre statt. Der Ehrenvorsitzende der Hagelisten, Alfons Brockmann, erhielt für seine besonderen Verdienste um das Emsdettener Schützenwesen die goldene Verdienstplakette des Westfälischen Schützenbundes.

 

1991 verlegten die Hagelisten den Bunten Abend vom Kolpinghaus in ihr Vereinslokal Mölljans. Der Saal im Kolpinghaus war einfach zu groß für diese Vereinsfeier.

 

Vom 30.09. bis zum 02.10.1994 feierten die Hagelisten das 75jährige Jubiläum ihres Spielmannszuges im Festzelt auf der Wiese neben ihrem Vereinslokal Gaststätte Mölljans am Brookweg. Während des sehr gelungenen Festes durfte sich der Juniorenspielmannszug dann auch in seinen neuen Uniformen präsentieren.

 

Die Zeit der Zeltfeste neigte sich 1995 dem Ende entgegen. Das Karnevalsfest 1995 feierten die Hagelisten endlich wieder in einem jeder widrigen Witterung trotzenden festen Bauwerk. Der Bürgersaal in Stroetmanns Fabrik im Herzen der Stadt war der geeignete Ort für die großen Vereinsfeiern der Hagelisten. Während dieses Karnvalsfestes fand dann auch zum ersten Male ein Kinderkarnevalsfest statt.

 

Die Generalversammlung zum Schützenfest 1996 am 02. Juni 1996 fand unter regem öffentlichen Interesse statt. Die Hagelisten beschlossen, daß Frauen mit allen Rechten und Pflichten Aufnahme in die Gesellschaft finden. Bereits ein halbes Jahr später, auf der Generalversammlung zu Karneval 1997 am 01.12.1996 nahm diese Satzungsänderung Gestalt an. Kira Kattenbeck wurde als erste Frau in den Vorstand der Hagelisten gewählt. Sie bekleidet seit diesem Tag das Amt der 2. Vorsitzenden.

 

Im Karneval 1997 schwang mit Prinz Gerd I. (Limbrock) endlich wieder ein Hagelist das Zepter über Emsdettens Narren. Beim Schützenfest 1997 ermittelten die Hagelisten zum 40. Male ihre Könige in den Anlagen ihres Vereinslokales Mölljans. Am 24. Oktober 1997 fand das erste Skatturnier der Hagelisten statt, das zukünftig jährlich im Herbst stattfinden wird.

 

Beim Schützenfest 1998 ehrten die Hagelisten den Musikzug der Freiwilligen Feuerwehr Emsdetten. Seit 40 Jahren begleiten sie die Hagelisten musikalisch bei ihren Schützenfesten. Aber für Emsdetten sensationell verlief dann das Königsschießen am Sonntag. Kira Kattenbeck gelang es als erste Frau, den Vogel von der Stange zu schießen und erste Schützenkönigin der Hagelisten zu werden.

 

 

 

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